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Der L.C. Sickinger berichtet - LC Sicking

Der L.C. Sickinger berichtet

Sturmwind und Wolfsgeheule

Was tu ich mir an waren die ersten Gedanken die mir in den Kopf schossen als ich die Haustüre öffne. Draußen Schneegestöber, Sturmartige Windböen und Finsternis, jedoch wenn ich das jetzt um 5 Uhr früh hier nicht durchziehe, war es das mit dem Training für heute. Das wusste ich und der unbändige Wille, mein Ziel, beim nächsten Marathon meine Bestzeit anzugreifen waren stärker und ich trat ins Freie.

Eingepackt wie ein Eskimo beim nächtlichen Klogang vom Iglu zum Plumpsklo, drückte ich auf die Polar und trabte los. Was tut man nicht alles um die Trainingsplanung mit dem heute noch anstehenden Familienskitag unter einen Hut zu bringen.

Ich als Langzeit Ehemann und Großfamilienvater hatte natürlich beim Skifahren mit den Kindern und meiner allerbesten Ehefrau genauso viel Spaß wie beim Marathonlaufen unter Gleichgesinnten. Aber alles hat seine Zeit und benötigt auch die gewisse Vorbereitung und so war es unerlässlich eine allzu frühe Trainingseinheit einzulegen. Während ich meine ersten Kilometer abspule, der Wind wird immer stärker, so fühlte es sich zumindest an, schlummern meine Lieben noch im warmen Bettchen.

Fahrtspiel stand am Programm, 2km Ein und Auslaufen. Das mit dem Fahrtspiel war heute gar nicht so schwierig, dachte ich im Unterbewusstsein, da sich das Tempo sowieso nach der Windstärke richtete.  „Fahrtspiel“ toller Trainingsplan, da hat man einen Plan und muss sich die Tempos dann doch wieder selbst aussuchen,….

Jetzt momentan wie ich so im ca. 20cm hohen Tiefschnee, der über Nacht gefallen war, dahintrabe fühlte sich das ganz gut mit dem höheren Tempo an. Wieso das so ist, wird mir dann erst beim Zurücklaufen bewusst denn ich hatte jetzt Rückenwind, juhuuu. 5km hatte ich jetzt abgespult, nur noch einen Kilometer dann retour wieder in Richtung warmes Heim, 12km standen am Plan. Es ist ein Kampf gegen die Elemente, Sturm, waagrecht aufs Gesicht einprasselndes Schneegestöber, Tiefschnee und Finsternis. Meine Stirnlampe leuchtet auf eine weiße Wand ein, so nun die Wende und zurück, ein wieder höheres Tempo stand an, jedoch der Wind mit voller Wucht bläst er mich fast zurück statt vorwärts zu kommen. Kampf pur! Bin ich blöd ging es mir durch den Kopf, aber was tut man nicht alles um Ziele im Leben zu erreichen. In der Ferne heulte ein Hund! Was den hat man auch rausgeworfen, denke ich! Mir kommt es so vor als wäre schon ein Wolfsrudel hinter mir her. Das „Wolfsgeheul“ wird immer lauter,….Mein Gesicht brennt vor Kälte.

So nun die letzten Kilometer ich werde wieder stärker im Kopf, bald war es geschafft und konnte abgehakt werden. Der Trainingseffekt konnte sich sehen lassen angesichts dieser Trainingsbedingungen im Windkanal.

Als ich dann nach Hause komme brennt Licht und meine liebe Familie bereitet sich schon auf die Abfahrt zum Skitag vor. Meine allerliebste Gattin hatte schon alles zusammengepackt. Die Kinder sitzen beim Frühstück. So, jetzt in die Brause und dann ins Skidress, Ski einladen und ab ins Vergnügen! Am Abend nach dem Skitag hätte ich mein Training wahrscheinlich nicht mehr durchgezogen. Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Der Abfahrt zum Skitag stand nichts mehr im Wege!

 

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